
P3riln0x
- Crisis of souls (seit 2017)
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P3riln0x' kreative Reise 2015-2022


Ein paar Fragen an P3riln0x:
Was liebst du/gefällt dir am Medium Comic/Manga am meisten?
Es für mich eine Form der Kunst, die mich als Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnimmt und als Schöpfer diese Achterbahnfahrt selbst gestalten lässt. Beim Lesen und beim Zeichnen erlebt man nicht nur die Geschichte der Charaktere mit, sondern auch die Entwicklung des Erschaffers. Ein guter Comic bzw. guter Manga kann Motivator sein, ein Ratgeber, eine Inspiration oder es ist einfach nur simple Unterhaltung, die vom stressigen Alltag ablenkt.
Was war deine schönste Erfahrung im Selfpublishing deiner Manga?
Die schönste Erfahrung ist der direkte Kontakt zu den Lesern und die Dankbarkeit die einem entgegengebracht wird.
Bist du bewusst im Selfpublishing und wenn ja, warum?
Ich bin bewusst im Selfpublishing und mag die Vor- und Nachteile. Ich kann selbst meine Preise bestimmen und meine Werke auch denjenigen mit weniger Mitteln zugänglich machen. Es ist zwar harte Arbeit allein im und gegen den Strom zu schwimmen, aber dafür kann ich das Ziel selbst bestimmen.
Würdest du gerne Vollzeit Manga zeichnen, wenn du es dir finanziell erlauben könntest?
Ich zeichne bereits in jeder freien Minute die ich zur Verfügung habe. Es ist meine größte Leidenschaft und ich erfülle mir damit meinen Traum. Mein eigentlicher Beruf ist jedoch ein anderer.
Wie viele Stunden arbeitest du in der Woche ungefähr an deinem Manga?
Die genaue Stundenanzahl kann ich nicht nennen. Ich zeichne jeden Tag und an manchen Tagen auch mal mehr als acht Stunden. Feier- und Sonntage verbringe ich fast immer (und gerne) am Schreibtisch.
Kannst du von deinen Werken leben?
Nein. Es wäre ein wünschenswerter Gedanke, aber mit einem Nischenprodukt eher schwer umzusetzen.
Was glaubst du, müsste sich in der Zukunft verändern, damit sich die Lage für Indie Mangaschaffende verbessert?
Eine komplexe Frage, für deren Antwort es wahrscheinlich mehr bräuchte als ein paar Minuten Bedenkzeit. Meiner Meinung nach ist der Prozess der Veröffentlichung bereits leichter geworden. Die Digitalisierung ermöglicht es auch fachfremden Personen ihr Werk an den „Mann“ bzw. ins world-wide-web zu bringen. Das wohl schlimmste ist aber das Damoklesschwert „Gewerbe“ und die damit verbundene bürokratische Odyssee. Ob Steuern, Markenrechte, Impressumspflichten oder die Buchpreisbindung. All das schränkt den kreativen Schaffungsprozess nicht nur ein, sondern kann ihn sogar auf ein Minimum reduzieren. Wenn man als Selfpublisher einen großen Teil dieser Aufgaben nicht outsourced, trägt man diese Bürde komplett allein und das ist ein nicht unbedeutender Stolperstein. Eine Lösung für all das habe ich nicht, glaube aber, dass sich für die Zukunft einiges verbessern würde, wenn sich Indie-Künstler zusammentun und sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Viele wagen sich erst gar nicht in das Gewässer, weil es zu unbekannt ist. Wir hätten vermutlich mehr begeisterte Indie-Schaffende, wenn wir ihnen die Schwimmflügelchen anziehen würden.
Welchen Stellenwert nehmen Conventions für dich und deinen Manga ein?
Ich denke sie hätten einen hohen Stellenwert, wenn sie näher an meiner Region wären und nicht so viele Tage gingen, dass man davor und danach Urlaub beantragen müsste. Ich bin leichter und schneller im Ausland als auf einer Convention im Norden. Um als Konsument neue Mangas zu entdecken, sind sie jedoch ideal.
Welche Unterschiede oder Besonderheiten siehst du zwischen dem Mainstream-Manga und den Werken unabhängiger Mangaschaffenden in Bezug auf den deutschsprachigen Markt?
Mainstream-Werke sind zuverlässiger. Ich weiß, dass eine Serie nicht so schnell abgebrochen wird und der Preis ist natürlich auch geringer. Indie-Werke sind, meiner Meinung nach, kreativer und Geschichten und/oder die Entwicklung der Charaktere sind weniger vorhersehbar. Das macht es für mich spannender. Einkäufe sind persönlicher und werden mehr gewertschätzt (bspw. in Form von kleinen Goodies oder einer handgeschriebenen „Danke für deinen Einkauf“-Karte). Die Besonderheit bei Indie-Mangas ist für mich, dass ich live bei der Entwicklung eines Zeichners dabei sein kann. Was die Leidenschaft betrifft und die Arbeit die dahintersteckt, sind beide für mich gleich und ich sehe da nicht wirklich Unterschiede.
Was sind deine Pläne für die Zukunft, im Bezug auf deine Werke?
Ich mache weiter wie bisher und hoffe, dass ich noch ganz viele Geschichten auf Papier bringen kann.
Auf welcher Veröffentlichungsplattform bzw. mit welchem Veröffentlichungsweg fühlst du dich am wohlsten?
Aktuell auf Animexx und POPComics, da sich dort auch ein Großteil meiner Leserschaft aufhält. Besonders die Community auf Animexx ist herzallerliebst und kommunikativ. Der Veröffentlichungsweg "online" ist der für mich derzeit schönste.
Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen für unabhängige Mangaschaffende, die im deutschsprachigen Raum arbeiten?
Der deutschsprachige Raum ist durch die beschränkte Reichweite aufgrund der Sprache begrenzt, aber die wohl größte Herausforderung ist wohl der Level 99 Endboss „Finanzamtus-Saurus.“ Beide sind schon ziemlich anstrengend. Eine ernsthafte Antwort ist aber wohl das Thema Durchhaltevermögen und das "wo". Welche Plattform ist denn überhaupt für den deutschsprachigen Raum? Wo und wie finde ich denn Anschluss? Es gibt viele Fragen auf die es, gerade zu Beginn, keine Antworten gibt.
Hast du das Gefühl, dass du von deinem (fachfremden) Umfeld (Familie, Kolleg*innen) für das Zeichnen ernst genommen wirst?
Dafür müsste ich den Personen davon aktiv berichten, was ich nicht tue. In der Regel, sollte es mal in Gesprächen kurzzeitig ein Thema sein, stoße ich eher auf Begeisterung und Interesse.
Gab es eine bestimmte technische Innovation/ eine Entwicklung in der Szene (bzgl. Druckerzeugnissen, Arbeitsmaterialien, Marketing etc.), die deine Arbeitsweise nachhaltig geprägt und positiv verändert hat?
Der Umstieg von einem Tintenstrahldrucker zu einem Laserdrucker. Man hat Zeitdruck? Beim Tintenstrahldrucker ist MAL WIEDER die Tinte eingetrocknet! Man hat erneut Zeitdruck? Der Tintenstrahldrucker hat random die Arbeit eingestellt! Man hat keinen Zeitdruck und muss nichts drucken? Der Tintenstrahldrucker hat kein Problem und druckt einwandfrei. Mittlerweile lasse ich meine Sachen jedoch von einer Online-Druckerei drucken. Da der Laserdrucker aber nicht "austrocknet" ist das nicht so schlimm, wenn er ein bisschen Pause hat. Was das Zeichnen betrifft, habe ich lediglich das Rastern und Colorieren digital umgestellt, da es günstiger ist und schneller geht. Das war für mich eine positive Entwicklung.
Hat sich dein Anspruch an das Mangazeichnen über die Jahre verändert? Und wenn ja, wie?
Mein Anspruch ans Zeichnen ist schon immer sehr hoch. Da ich mein größter Konkurrent bin, versuche ich mein Vergangenheits-Ich natürlich zu übertreffen. Damals hab ich nicht viel Wert auf Details und Hintergründe bei Mangaseiten gelegt. Heutzutage sind sie nicht mehr wegzudenken. Früher waren mir Proportionen auch ziemlich egal, da ich die Einstellung hatte, dass es ohnehin "nur" Manga ist. Mittlerweile versuche ich auch hier für Varianz und Realismus zu sorgen.
Was würdest du deinem früherem „Ich“ gerne mit auf den Weg geben?
1. Kauf dir keinen Tintenstrahldrucker!
2. Verwende zum Zeichnen kein 80g/m² Papier, sondern das gute und teure 90g/m² und 100g/m² Papier!
3. Druckbleistift spart Material und Geld!
Möchtest du sonst noch irgendetwas in die Welt schreien?
Da nutze ich den Moment und sage "the cake is a lie!"
Rotten Grace
BL/ Slice-of-life
Rotten Grace erzählt die Geschichte vom Sportwissenschaftsstudent Ryozo Kaze. Ausgestattet mit einer großen Portion Arroganz, macht er auf kaltherzige Art und Weise mit einer Person in einem Café Schluss und erntet daraufhin die Konsequenzen seines Handelns. In ihrer Rage und völlig entsetzt, wirft ihm seine Ex-Perle kurzer Hand ihren Eiskaffee ins Gesicht. Abgeklärt geht Ryozo zunächst auf die Toilette, entfernt die Kollateralschäden seines Abservierens und wird dann völlig unverhofft von einem Fremden geküsst, der die Show scheinbar im Hintergrund genossen hat. Wenige Tage später begegnen sie sich erneut und der Fremde scheint mehr über Ryozo zu wissen als ihm lieb ist.
Rotten Grace peitscht den Leser durch verschiedene Ereignisse der Story, ähnlich, wie sich die Spieler durch das Unterwasserlevel in dem 1990 erschienen Super Mario World quälten, aber in weniger nervig und tödlich. Boyslove mal anders, denn Klischee-Schubladen sind dazu da, um sie zu öffnen und humoristisch einzusetzen. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte bei wichtigen Themen sehr ernst und wer slice of life und einen Hauch Dramatik mag, ist hier genau richtig.

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