Anna Backhausen
Jahrgang: 1996
- Sternensammler 1-2 | Zeichnungen, Geschichte: Sophie Schönhammer [Tokyopop] (2016-17)
- Knistern (2018)
- Auf und Ab (2019)
- Heimlich, still und leise (2020)
- Beuys Love (seit 2021)
Annas kreative Reise 2008-2024


Ein paar Fragen an Anna:
Was liebst du/gefällt dir am Medium Comic/Manga am meisten?
Comics haben mir während meiner Kindheit und Jugend viel bedeutet. Da gab es zuerst Petzi-Bücher, die ich zwar noch nicht lesen konnte, aber stundenlang angucken. Dann später während der Schulzeit Zits-Comicstrips, zuverlässig jeden Morgen in der Zeitung am Frühstückstisch. Als ich dann als Teenagerin einen Manga in der Hand hatte, in dem die Heldinnen ähnliches erlebten wie ich, dachte ich zum ersten Mal: "So könnte ich doch vielleicht auch was erzählen." Comics ziehen mich ganz schnell in ihre Welt hinein, ähnlich wie Filme. An Comics gefällt mir so gut, dass ich zum Festhalten meiner Geschichten eigentlich nur Papier, Stift und meine Gedanken brauche und gleichzeitig trotzdem so viel möglich ist! Ich glaube so geht es Vielen. Comics sind zugänglich, bieten gleichzeitig eine große Vielfalt und sind überraschend – für diejenigen, die sie lesen, und die, die sie machen.
Kannst du von deinen Werken leben?
Ich kann von meinen Werken nicht leben. Ich kann mit den Einnahmen die Druckkosten decken und dann sind ein paar Annehmlichkeiten wie lecker Essen gehen drin. Im Vergleich zu meinem Hauptberuf sind die Einnahmen aber verschwinden gering.
Welche Unterschiede oder Besonderheiten siehst du zwischen dem Mainstream-Manga und den Werken unabhängiger Mangaschaffenden in Bezug auf den deutschsprachigen Markt?
Ich denke unabhängige Mangaschaffende können etwas mehr experimentieren und riskieren, sei es mit ihrer Genreauswahl, den Erzähltechniken, oder der Veröffentlichungsform - Vorzüge eben, die die Unabhängigkeit mit sich bringt.
Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen für unabhängige Mangaschaffende, die im deutschsprachigen Raum arbeiten?
Mangas machen kostest viel Zeit und Geld. Oft haben unabhängige Mangaschaffende neben dem Manga machen ein oder zwei andere Jobs mit denen sie sich den Lebensunterhalt verdienen. Daneben bleibt wenig Zeit zum Manga machen - es ist schwer dann für die Lesenden präsent zu bleiben, wenn selten Mangaseiten veröffentlicht werden, oder es lange Wartezeiten auf das nächste Buch geht. Ich finde das merkt man auch auf Conventions. Die Größe der Artist Alleys ist stetig gewachsen, aber es bieten nur wenige Comics oder Zines an. Merchandise verkauft sich besser, Mangas sind einfach teurer und ich kann verstehen, dass Besucher:innen lieber viele Künstler:innen unterstützen wollen und dann bei jedem etwas kleineres kaufen. Viele Concentions legen den Fokus inzwischen auch stärker auf Anime, Games und Cosplay, in der Berichterstattung fällt dann das Manga machen oft raus, egal ob es um Illustrationen oder Comics geht.
Hinzukommen gestiegene Druckkosten und wenig finanzielle Unterstützung für unabhängige Mangaschaffende, zum Beispiel durch Stipendien. Seiten wie Patreon können das zwar etwas auffangen, aber auch da muss man Zeit reinstecken. Letztenendes müssen sich viele alleine vermarkten und heute hat man weniger Einfluss als früher darauf hat, wie gut Posts auf Social Media angezeigt werden.
Hat sich dein Anspruch an das Mangazeichnen über die Jahre verändert? Und wenn ja, wie?
Ich denke es gab zwei Punkte in meiner Entwicklung als Mangaschaffende, an denen ich meinen Anspruch an das Manga machen geändert habe. Entscheidend für meine Entwicklung beim Geschichtenschreiben war der Gedanke, dass es schön wäre Aspekte aus meiner Lebenswelt einzubringen, seien es eigene Erlebnisse oder banale materielle Dinge, wie der Hauptfigur meinen Schulranzen von früher zu geben. Und was das Zeichnen an sich betrifft, heute habe ich auch wieder stärker den Anspruch, dass mir dieses richtig Spaß machen soll. Ich habe viele Jahre mit Tusche, Feder und Lineal gezeichnet, das fand ich lange sehr versteift. Aber ich habe es weiter gemacht, weil ich dachte, dass das eben zum Mangazeichnen dazu gehört. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich getraut habe wieder andere Medien zu benutzen und der Spaß am Zeichnen kam zurück. Es tut gut seine Arbeitsweisen immer wieder zu ändern.
Gab es eine bestimmte technische Innovation/ eine Entwicklung in der Szene (bzgl. Druckerzeugnissen, Arbeitsmaterialien, Marketing etc.), die deine Arbeitsweise nachhaltig geprägt und positiv verändert hat?
Für mich war die Zeit zwischen 2013-2015 sehr prägend. Zu dieser Zeit gab es eine große Anzahl unabhängiger Mangaschaffender die unglaublich viel produziert haben, auf jeder Convention erschienen neue Comics, Kurzgeschichten - sogenannte Doujinshis. Ich als Anfängerin habe damals so unglaublich viel von den Erfahreneren gelernt - über das Comicmachen, Computerprogramme, Vermarktung auf Conventions und Online, wie und wo man am besten Drucken kann - es war einfach toll! Man konnte alle "blöden Fragen" stellen und hat so viele hilfreiche Antwortung und generell super viel Unterstützung bekommen. Man hat einfach super zusammengehalten. Ich bin diesen ganzen Menschen von damals so wahnsinnig dankbar, ich werde richtig emotional wenn ich an diese Zeit denke. Ein großer Teil meines Knowhows stammt auf jeden Fall aus dieser Zeit, genauso wie ein großer Teil Motivation für das Mangamachen.
Was würdest du deinem früherem „Ich“ gerne mit auf den Weg geben?
Nur Mut!
Mut zur Veränderung, Mut sich in der Szene zu vernetzen und Mut, um auch mal tagelang nicht zu zeichnen und
andere Dinge zu machen, die dir auch wichtig sind.
Comics haben mir während meiner Kindheit und Jugend viel bedeutet. Da gab es zuerst Petzi-Bücher, die ich zwar noch nicht lesen konnte, aber stundenlang angucken. Dann später während der Schulzeit Zits-Comicstrips, zuverlässig jeden Morgen in der Zeitung am Frühstückstisch. Als ich dann als Teenagerin einen Manga in der Hand hatte, in dem die Heldinnen ähnliches erlebten wie ich, dachte ich zum ersten Mal: “So könnte ich doch vielleicht auch was erzählen.”
ganzes
Heimlich, still und leise
Coming-of-Age/ Love
Der Comic erzählt davon , wie sich die drei Jugendlichen Kati, Jojo und Jens ihren Gefühle zueinander bewusst werden. Es sind romantische und freundschaftliche, alte und neue Gefühle. Die Figuren müssen sich im Laufe der Geschichte der Herausforderung stellen, ob sie sich trauen ihre Gefühle mit den Anderen zu teilen oder nicht.

© Anna Backhausen