
Berrin Jost
Jahrgang: 1987
- Myself! [Manga Talente] (2010)
- Somnium (2023)
- Stress dich einfach nicht! (2024)
Berrins kreative Reise 2008-2024


Ein paar Fragen an Berrin:
Was liebst du/gefällt dir am Medium Comic/Manga am meisten?
Bei Manga ist es eine große Vielfalt an Themen. Emotionen und Mimiken werden wunderschön und detailliert wiedergegeben. Die Panelaufteilung und der Lesefluss passt sich an die Inhalte und die Emotionen an und somit wirkt das ganze für mich lebendiger.
Was war deine schönste Erfahrung im Selfpublishing deiner Manga?
Das Lesende sich bei mir gemeldet haben und ihnen meine Geschichte und Charaktere zugesagt haben. Das Beste war, dass jemand sogar ein Cosplay von meinem Hauptchar anfertigen möchte.
Bist du bewusst im Selfpublishing und wenn ja, warum?
Da mein Stil eher gemischt ist, passe ich nicht zu jeder Zielgruppe von bestimmten Verlagen. Des Weiteren bin ich in meinen Erzählungen und Zeichnungen frei und kann dies alles selbst bestimmen und dementsprechend planen.
Würdest du gerne Vollzeit Manga zeichnen, wenn du es dir finanziell erlauben könntest?
Ich würde es sehr gerne tun, aber nur, wenn ich vom Manga zeichnen leben könnte.
Wie viele Stunden arbeitest du in der Woche ungefähr an deinem Manga?
Derzeit 3-5 Stunden.
Kannst du von deinen Werken leben?
Leider nein.
Was glaubst du, müsste sich in der Zukunft verändern, damit sich die Lage für Indie Mangaschaffende verbessert?
Mangaschaffende sollten auch eine Bühne bei vielen Comicveranstaltungen bekommen. Comicschaffende und Mangaschaffende sollten sich über mehrere Kanäle mehr connecten und austauschen. Es wäre schonmal ein großer Schritt, wenn bei Förderungen oder Stipendien auch Mangaschaffende ausgezeichnet werden.
Welchen Stellenwert nehmen Conventions für dich und deinen Manga ein?
Conventions sehe ich als Möglichkeit mich selbst als Person zu präsentieren und meinen Manga näher an die Zielgruppe zu bringen.
Welche Unterschiede oder Besonderheiten siehst du zwischen dem Mainstream-Manga und den Werken unabhängiger Mangaschaffenden in Bezug auf den deutschsprachigen Markt?
Der Mainstream-Manga ist meistens wahnsinnig detailiert und bei den unabhängigen Mangaschaffenden eher weniger, was verständlich ist, weil in Japan Mangazeichnen ein Vollzeit-Job ist und die meisten Mangakas einen Assistenten haben. Mangaschaffende können mit sowas in DE selbstverständlich nicht mithalten, aber da wird am Meisten der Unterschied wahrgenommen.
Was sind deine Pläne für die Zukunft, im Bezug auf deine Werke?
Weitermachen mit den Geschichten, die mir am Herzen liegen, solange es mir finanziell möglich ist.
Auf welcher Veröffentlichungsplattform bzw. mit welchem Veröffentlichungsweg fühlst du dich am wohlsten?
Derzeit nutze ich meine Website, instagram und bluesky. Webtoons betrachte ich noch skeptisch.
Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen für unabhängige Mangaschaffende, die im deutschsprachigen Raum arbeiten?
Das Manga noch nicht wirklich in DE angekommen ist und bei vielen Menschen noch Vorurteile herrschen. Es fängt in den Schulen oder an der Uni an, dass vielen der Stil regelrecht ausgetrieben wird. Jedoch merkt man langsam eine Wende, seitdem auf Netflix mehr anime ausgestrahlt wird.
Hast du das Gefühl, dass du von deinem (fachfremden) Umfeld (Familie, Kolleg*innen) für das Zeichnen ernst genommen wirst?
Mein Ehemann, enge Freunde und andere Comicschaffende nehmen mich ernst. Leider wird es vom anderen Umfeld nicht ernst genommen und mir wird öfters gesagt, dass ich ernstere Ziele verfolgen soll.
Gab es eine bestimmte technische Innovation/ eine Entwicklung in der Szene (bzgl. Druckerzeugnissen, Arbeitsmaterialien, Marketing etc.), die deine Arbeitsweise nachhaltig geprägt und positiv verändert hat?
Clip Studio Paint. Das war so eine Hilfe und ich möchte es heute nicht mehr missen!
Hat sich dein Anspruch an das Mangazeichnen über die Jahre verändert? Und wenn ja, wie?
Ich habe meinen Anspruch in dem Sinne runtergefahren. Ich hatte von mir erwartet, dass jedes Panel super perfekt und detailliert sein muss und hab mich mit den Mangas aus Japan verglichen. Aber letzendlich ist man selber sein größter Kritiker und lieber ist der Manga nicht perfekt, aber dafür fertig und man wächst daran.
Was würdest du deinem früherem „Ich“ gerne mit auf den Weg geben?
Ich würde mir sagen, dass ich mich von meinem Weg nicht abbringen soll, nur weil mir jemand sagt, dass man nur mit Talent zeichnen kann und ich das nicht habe. Wenn man es wirklich will, investiert man die Zeit und entwickelt sich weiter. Da spielt Talent keine Rolle, wichtig ist es am Ball zu bleiben! Denn Mangas zeichnen ist kein Sprint, sondern ein Marathon, mit vielen Verschnaufspausen, Stolpersteinen und Umwegen.
Möchtest du sonst noch irgendetwas in die Welt schreien?
Manga, Comic und Graphic Novel sind eine große zusammengehörende Familie.
Somnium
Fantasy
Im Schlaf zu sterben – angeblich ein Segen … Doch was wenn der Segen zum Fluch wird und alle um dich herum, die dir wichtig sind, nicht mehr erwachen? Somniatoren – wie Mika – sind gekommen, um die Menschen zu retten, und sie aus ihren Albträumen zu befreien. Sie trifft auf den kleinen Jungen Oliver, dessen Schwester im Traum gefangen ist. Wird Mika ihm helfen können?

© Berrin Jost