Kiriya Kirihara

Jahrgang: 1986
  • Blessed 1-3 (seit 2015)
  • Blind Service (2024)

Kiriya Kiriharas kreative Reise 2015-2024

Bewege den Slider um die Entwicklung zu sehen!

Ein paar Fragen an Kiriya Kirihara:

Ich liebe es, meinen Geschichten ein Aussehen zu geben. Meine erdachten Figuren in Bewegung, Action und Drama zu sehen und mir die Welt, in der meine Geschichten spielen, bis ins Detail zu gestalten.

Die Wertschätzung, Treue und Freude meiner Lesern an meinen Geschichten und wenn sie mir von ihren Ideen und Vermutungen erzählen.

Da ich es liebe, Geschichten zu entwerfen, aber für einen Verlag durch Vollzeittätigkeit, nicht lukrativ genug gewesen bin, habe ich mich damals entschlossen, in Eigenverlag zu produzieren. So habe ich mehr Zeit für meine Projekte und mich und kann gleichzeitig aber auch eine engere Bindung zu meinen Lesern herstellen. Davon aber auch abgesehen, fehlt mir bei den meisten deutschen Verlagen auch einfach die Promotion.

Absolut, wobei ich mit meiner aktuellen Situation auch schon recht zufrieden bin

uff... das kommt drauf an, wieviele Kundenaufträge derzeit reinkommen. Anfang des Jahres waren es im Schnitt schon so 20-25h in der Woche

Von den Werken bisher nicht. Von der freiberuflichen Situation allerdings bisher ja.

Zum einen müssen Gesetze und Regelarien für AI her! Ich denke, das ist momentan einer der wichtigsten Punkte. Wichtig wäre auch, dass sich das Bewusstsein von potentiellen Konsumenten bzgl. Eigenproduktion verändert. Wir können nicht mit den Preisen eines Verlags mithalten und es stecken mehr als nur Produktionskosten in unseren Produkten! Und ich denke, es muss wieder eine Plattform her, die die Community verbindet. So wie Animexx damals, aber moderner und informativer, mit einem Mehrwert für Künstler, Auftraggeber und Leser.

Platz 1 :D Meine Werke direkt über Kundengespräche an den "Mann" zu bringen, ist einfach noch immer der schönste und beste Weg - vor allem, wenn die Lesenden am Folgetag wiederkommen und einem Feedback geben.

Ich finde, die meisten Verlage lizenzieren den gleichen "Einheitsbrei". Die Themen (vor zwei Jahren noch Isekai, jetzt sämtliche Arten von Webcomics), Genres, sogar die Zeichenstile aka Künstler sind oft die gleichen. Kleinere, unbekanntere Titel, die in Japan ihre Fanbase haben und guten Umsatz machen, schaffen es nicht übers große Wasser, weil der Stil gerade nicht "hyped". Ich persönlich finde die meisten Mainstreamstile aber auch platt, zu ähnlich und fad. Mir gefällt es, dass bei den Indiekünstlern so viele verschiedene Stile existieren und man einfach sieht, wieviel Herzblut, Zeit und Liebe in die einzelnen Projekte fällt. Das, was den Deutschen "Stil" ausmacht, ist die Mischung aus Manga und Comic. Wir haben unseren eigenen Stil, sind weder Japanisch noch Amerikanisch (einige mehr als andere), wir haben eine andere Kultur und gehen mit Konflikten und Situationen auch ganz anders um. Davon spüre ich natürlich deutlich mehr bei den Deutschen Indiekünstlern, weil die Diversität größer ist. Die meisten Verlage suchen nach einem deutschen Pendant zum Japanischen Stil und vergessen, dass unsere Einflüsse in Deutschland viel breitgefächerte sind.

Ich möchte weiterhin gerne als Indiekünstler tätig sein, sehe aber auch die Schwierigkeit mit der wachsenden Anzahl an Nachwuchskünstlern, AI und dem immer schneller werdenden Themenwechsel, wie es zunehmend schwieriger wird, auf den Beinen zu stehen. Ich denke auch, dass es der eigenen Reflextion wegen und auch für die Erreichbarkeit einer größeren Audience nicht verkehrt wäre, zumindest ein Werk einmal über einen Verlag zu produzieren. Daher werde ich mir die Option offen halten, doch einmal bei einem Verlag zu publizieren.

Ich fühle mich tatsächlich auf Messen/Conventions am wohlsten, auch wenn es immer schwerer wird, dort reinzukommen. SoMe ist eher weniger mein Ding und der Webshop läuft mal besser, mal schlechter.

Uff, da gibt es ziemlich viel. Zum einen das finanzielle Risiko. Die meisten gehen in Vorkasse und hoffen, die kosten iwann wieder drin zu haben. GoFundMe und Kickstarter schaffen oft ihre Ziele nicht. Die Sichtbarkeit auf SoMe wird von Algorithmen zunehmend erschwert und so werden kleinere (u10k Follower) oft gar nicht oder kaum ausgespielt. Daher ist das Bewerben neuer Projekte auch mittlerweile ein kleines Glücksspiel geworden. Apropos Glücksspiel: Auch das Präsentieren auf Messen wird zunehmen schwieriger. Die Community wächst, aber die Plätze auf den Messen nicht. Zudem wird Deutschland zunehmend attraktiver für internationale Künstler. Was gut ist, aber eben auch mehr Druck für lokale Künstler bedeutet, mithalten zu können.

Familie eher weniger. Freunde 50/50, würde ich sagen. Kollegen, etc. definitiv, ja. Meine Familie möchte vor allem, dass es mir gut und mich finanziell abgesichert wissen. Bei Freunden kommt es darauf an, wie sehr sie in meinen Alltag als Künstlerin involviert sind. Je themenfremder sie sind, desto misstrauischer und skeptischer sind sie und tendieren leider zu Sprüchen wie "mach doch lieber was Vernünftiges". Das schlaucht durchaus. Meine Kollegen und damaligen Kunden hingegeben waren und sind alle sehr supportiv! Dieser Unterschied kann natürlich auch daran liegen, dass diejenigen, die mir sehr nah sind, natürlich auch die schlechten Seiten eher mitbekommen und daher skeptischer sind.

Tatsächlich das ipad Pro mit ClipStudioPaint. Ich habe so oft versucht, digital zu arbeiten, mit Wacom, mit Huion, Photoshop, Corel Draw, PTSai... nichts davon war nachhaltig. Ich arbeite viel unterwegs, sodass ich ein mobiles, tragbares Gerät benötigte. - trotzdem greife ich nachwievor sehr gern zu Skizzenbuch, Bleistift und Copic und Pinsel.

Witzigerweise ja. Während ich auf der einen Seite denke, dass ich sehr viel anspruchsvoller geworden bin, was Details, Hintergründe und Anatomie angeht, fühlt es sich gleichzeitig eher so an, als wäre ich viel entspannter geworden mit mir und meinen Werken. Ich versuche nicht mehr die perfekte Linie zu treffen oder den perfekten Winkel. Vor allem nicht bei Panels. Ich lege den Fokus auf ein einheitlich wirkendes Gesamtbild - ob dabei aber wirklich jedes Panel korrekt gezeichnet ist, wage ich zu bezweifeln. Ich lege dafür viel mehr Zeit ins Schreiben der Dialoge und die Entwicklung der Welt und der Beziehungen meiner Charaktere untereinander.

Das was andere wollen, ist oft nicht das, was man selbst will! Es ist wichtiger, auf sich selbst zu hören und dem Bauchgefühl zu folgen, statt sich dem Wunsch der anderen zu unterwerfen und etwas zu tun, was zwar irgendwie Spaß macht, aber doch nicht wirklich zu einem passt!

Für jeden, der das hier gelesen hat: Glaub an dich selbst!

Blessed

Blessed erzählt die Geschichte von Vain Mirano, einem desertierten Soldaten, welcher vom Götterdrachen Menkalinan den Auftrag erhält, das herabgestürzte Ra'Nis Suwi wieder nach Hause zu seiner Familie zu bringen. Doch niemand weiß, wie man die Heimat dieser befremdlich erscheinenden Wesen erreicht. Gemeinsam mit seinen engsten Freunden und Kameraden, Leander Zeniifer und Hektor Plehan, durchstreift er die Lande Lardeyas in der Hoffnung, bald auf Hinweise zu stoßen. Leider erweist sich dies als komplizierter als gedacht und nicht nur sind ihnen die Schergen des Königs auf den Fersen, nein, auch sieht es so aus, als hänge das Schicksal Lardeyas vom Erfolg ihrer Aufgabe ab.

© Kiriya Kirihara